Jael-Therapie

Wenn jemand sich wundert, warum Jael nie von irgendwelchen Allergien geplagt werden wird: Hier ist das Geheimnis! Laufgitter-Aufenthalte im Jugendabteil des Kuhstalls.

Was hat das mit LeiseMelk zu tun? Wenn Jael raus will, weil es der Rinder zu viel sind, hört man sie jetzt!

Und nun die schlechte Nachricht für uns Weltverbesserer: Zu viel Cleantech schadet der Gesundheit!

Bild  —  Veröffentlicht: Juli 30, 2013 in Erneuerbare Energie
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TechTalk

Renato Manzoni (FIAMM Stabio), Dan Youngs (FIAMM North America) und Simone Baragiola (BFH-TI Biel) versunken im TechTalk auf der Alp Rosenlaui.

Aus der Ferne betrachtet fällt Mal der Grössenunterschied auf: Der kleine gelbe Zwerg da rechts im Bild macht so viel Lärm wie ein Traktor, hat einen Wirkungsgrad von lediglich 15% (100% Diesel werden zu 15% in elektrischen Strom umgewandelt und 85% gehen in Form von Abwärme in die Rosenlauiluft) ist aber, zugegebenermassen, weitaus handlicher als der Leisemelk mit Schaltschrank.

Das muss aber nicht immer so bleiben, denn unser LeiseMelk 1.0 ist eine Welt-Uraufführung, und da beschäftigt sich der Inschenör Mal grundsätzlich nicht mit Fragen der Miniaturisierung. Wir sind ja schon froh, wenn das Ding so zuverlässig wie der Diesel seinen Strom abgibt und dank Housis Anhängerdesign ansprechend daherkommt. Oder: Es ist wie beim ersten Natel mit 10kg Bleibatterie und Technik-Koffer: Die Leute damals waren überwältigt, dass man einfach ohne Draht in der Welt herumreden konnte. Wir sind jetzt überwältigt von der Tatsache, dass wir irgendwo auf der Welt ohne Draht eine Kuh mechanisch melken können!

„Ob das die Welt bewegen wird?“, werden sie fragen, „denn eine Kuh kann man ja auch von Hand melken!“ „Richtig!“, sage ich, „sie brauchen ja auch nicht unbedingt ein Telefon, um mit einem Menschen zu reden, oder?“ „Ja aber“, werden sie einwenden, „wenn ich mit Fritz Franz in Rhodesien reden möchte eben schon!“. „Tja“, antworte ich, „wenn sie 80 handfeste Kühe auf der Alp ohne Stromleitung in Ruhe leisemelken möchten, eben auch!“

Zunächst interessiert das ja keine Sau (ausser die erste Followerin! Herzlich willkommen!). Aber wenn wir den LeiseMelk 2.0 und 3.0 hinkriegen, wird’s interessant! Unsere Vision:

  • LeiseMelk 2.0. hat alles „an Bord“, also keinen separaten Schaltschrank mehr. Er kann nicht nur melken, sondern auch ein elektrisches Alphorn bespielen. Elektrische Alphörner sind 1-phasig, während Melkmaschinen 3-phasig sind. Wenn es 3-phasige elektrische Alphörner gäbe könnten wir schon heute Musik machen mit dem LeiseMelk. Man stelle sich das Mal vor: Die Milchleistung würde (höchst wahrscheinlich) vervielfacht, wenn der LeiseMelk während des Melkens noch sanfte Alphornklänge von sich geben würde! Vervielfacht! Die Rosenlaui Alpmutschli würden die Welt überschwemmen und …
  • Der LeiseMelk 2.5 kann dann als Spitzenlastkraftwerk eingesetzt werden, was soviel bedeutet, wie dass er bei Stromknappheit einem vorhandenen kleinen Kraftwerk (PV oder Wasser) unter die Arme greift und den angeschlossenen Menschen eine Stromspitze verpasst, damit sie unbeschwert weiter arbeiten, fernsehen, kochen etc. können. Die Alp Wandel wäre da eine Kandidatin.
  • LeiseMelk 3.0 ist dann unser Flagschiff: Er nimmt PV-Strom auf, wenn zuviel produziert wird und gibt ihn zu Morgen- und Abendstunden wieder ab ins Netz. „Dezentrale Speicherung erneuerbarer Energie“ nennt sich das. Damit kann sich ein Haushalt mit Photovoltaik auf dem Dach dann fast selber versorgen, und braucht vom EVU nur noch eine Stromversicherung für den Fall, dass er trotzdem Energie braucht.

Damit wären wir wieder beim Handy angelangt. Man könnte so die „Energie Flatrate“ einführen. Wenn eine Eigenproduktion vorhanden ist, dann zahlt der Kunde nur noch für die Fixkosten, die Menge an Energie ist wurscht. Wie beim kommunizieren. Wieviel du plapperst ist egal, Hauptsache dein schickes Smartphone, die grauslichen Handyantennen, die brummenden Rechenzentren, die freundlichen Angestellten der Kommunikationsgesellschaft und die unflätige Werbung, mit der auf dich eingedroschen wird, all das ist bezahlt. Fixkosten eben. Ob das „four letter word“ lieb oder gehässig gemeint ist, spielt weder inhaltlich noch mengenmässig eine Rolle. Die Verborrhoe ist bezahlt.

Meine Verborroe ist nicht bezahlt, darum hör ich jetzt mit diesem Beitrag jetzt auf! (Der Nächste kommt bestimmt)

Bild  —  Veröffentlicht: Juli 30, 2013 in Erneuerbare Energie
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Wer hat's erfunden?

Woher Ideen kommen, weiss man ja nie so genau. Was ich sagen kann: Sie entstehen, sie wachsen, sie ändern sich, sie werden zerstört und neu geboren und irgendwann steht ein LeiseMelk vor der Tür. Kein Sonntagsspatziergang, aber alles in allem ein Mordsvergnügen!

Es gibt da kein Rezept, aber eine Liste von Zutaten:

  • Ein Bedürfnis, das man erfüllt haben will, wie z.B. dass die Rosenlaui-Gäste nicht durch Dielsellärm am 5 Uhr morgens aus den Romantikhotel-Federn herausgerissen werden sollen…
  • Erwartungen, die eine moderne Gesellschaft hat, wie dass das Reichenbachtal kostengünstig und zuverlässig elektrisch erschlossen sein soll…
  • Vorhandene technische Elemente, wie der „ebuggy“ als Reichweite zum Anhängen, Salzbatterien, Umformer von Gleich- zu Wechselstom und wieder zurück, Elektroautos etc. Kurz, Technologie und vor allem neue Möglichkeiten, die sich erschliessen, wenn man diese Technologie zu etwas Neuem kombiniert…
  • Ein Drang zu Innovation und Freude am Experimentieren, wie die Bauernfamilie Schneider, die Familie Kehrli vom Hotel Rosenlaui und wir selbst…
  • Einen Sponsor, der neugierig und auf Ausschau ist nach neuen Möglichkeiten, so wie die BKW Energie AG, die wissen will, ob man Alpbetriebe anstatt mit Leitungen tatsächlich mit Energie zum Mitnehmen erschliessen könnte…
  • Ein paar gute Freunde, die das Projekt mittragen mit ihrem Wissen, wie die Fachhochschule Biel (Michael Höckel, Simone Baragiola), die LT-i (Martin Brawand, Wolfgang Kapp und Xavier Kürsteiner), die für LeiseMelk die Leistungselektronik speziell angepasst und uns bestens beraten haben…
  • Neue Märkte, die locken und die start-ups gerne erschliessen möchten wie off-grid Versorgung (in der Schweiz und v.a. in Entwicklungsländern), stationäre und mobile Speicherung für erneuerbare Energie, eine Erweiterung der Batterievermietung der ESE
  • Opportunitäten (ja so reden die Wirtschaftler), wie die Tatsache, dass die Diesel-kWh auf der Alp CHF 1.5.- kostet und nicht 0.25.-, wie im Tal unten, wie dass im Reichenbachtal 2 kleine Wasserkraftwerke (Schwarzwaldalp, Rosenlaui) ihre Inselnetzchen mit reichlich erneuerbarer Energie beliefern, aber eigentlich auch sehr viel Überschuss haben, den man mit mobilen Batterien sinnvoll nutzen kann…
  • Und wichtig: Ein schöner und vollkommen analoger Abend mit lustigen Freunden bei einem Glas Wein und etwas Alpkäse, dem im Abgang im laktomolekularen Bereich noch etwas Diesel mitgegeben wurde. Das bringt das Hirn zum überlaufen!

Man mische die Zutaten in geeigneter Menge, würze sie mit Enthusiasmus, Geduld und Finanzen und schmore das ganze, bis es gar ist.

Auf dem Bild: Dres Kehrli, posing as Ladina, der zusammen mit Christine Kehrli das Hotel Rosenlaui besitzt und führt. Im Hintergrund das Hotel, deren Gäste jetzt ausschlafen können, sofern sie das Rauschen des Reichenbaches nicht weckt.

Bild  —  Veröffentlicht: Juli 29, 2013 in Erneuerbare Energie

Hört, hört! Wenn das kein Unterschied ist!
Was auch noch ganz schön praktisch ist, ausser der Alpenruhe: Keinen Diesel mehr nach oben transportieren, Tank füllen, Wartungsarbeiten durchführen und dergleichen. Einfach alle 3 Tage die 150m rüber zum Kleinkraftwerk fahren, etwas von den 32 kW abzapfen und dort laden. Am nächsten Morgen einfach weiter leisemelken. Einfach!

Video  —  Veröffentlicht: Juli 26, 2013 in Erneuerbare Energie

Was da surrt, sind nicht die Elektronen, die am Kristallgitter des Kupfers anstossen, sondern der BRONZONI, ein elektrischer Italiener, der das Melken liebt.
Der Gleichstrom fliesst aus der Batterie in den Schaltschrank, dort ist der DC/AC Wandler, der den Batteriestrom in einen 3-phasigen Wechselstrom umwandelt, und die Motorensteuerung. Von dort gehts dann auf den BRONZONI, der unter sich einen Windkessel hat, in dem Unterdruck herrscht. An diesen Windkessel sind die Luftleitungen gekoppelt, die in den Stall führen. Das Melkggregat mit dem Milchbehälter unten dran wird an diese Luftleitung angeschlossen und dann über einen „Pulsator“ gesteuert, der regelmässig saugt und dann wieder abstellt und wieder saugt (das ist das Klicken, das man hört). Und dann kommt Milch raus!

Video  —  Veröffentlicht: Juli 26, 2013 in Erneuerbare Energie
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Morgenmilch ist die beste Milch.

Heinz Schneider am 5:45:51 Uhr in Action.

Links im Bild eine äusserst seltene Aufnahme eines schwarzen Stallloches. Dort ist die Anziehungskraft so gross, dass sogar teilentrahmte Milch unwiderruflich darin verschwindet. Ladinas Euter wurde in weiser Voraussicht kurz vor dem Aufscheinen des Loches leer geleisemelkt. Da hat die Kuh Schwein gehabt.
Und das ist der unbekannte tägliche Kampf: Mit dem Einbein des Melkstuhles hält Heinz das schwarze Stallloch im Zaum, während er die Milch abfüllt. Nichts für Lactosefeiglinge und braucht jahrelanges Üben!

Bild  —  Veröffentlicht: Juli 25, 2013 in Erneuerbare Energie

Guten Morgen, ich bin der Diesel!

„Früher bin ich mit dem Diesel wenigstens wach geworden!“ Cédric Zurfluh hat Morgenzweifel am LeiseMelk. Wer soll bei dem leisen Herumsurren schon auf Touren kommen?

Der Mensch gewöhnt sich bekanntlich an jede Unbill. Das Aufstehen am 5 Uhr Morgen, den Dieselkrach, das Einbein am Melkstuhl, und am Horizont nichts als Kuhbauch, Kuhbauch, Kuhbauch.

Bild  —  Veröffentlicht: Juli 25, 2013 in Uncategorized

Un vero BRONZONI! Angetrieben von LeiseMelk.

Wer pfeift ganz leise und surrt vor sich hin? Wer melkt denn klaglos jeden Morgen am halb sechs und dann abends wieder? Es ist ein Italiener! Ein echter Bronzoni! Handgewickelt von Bauernfrauen aus der Reggio Emilia. Hält ewig, auch unter den rauhesten Bedingungen des Berner Oberlandes…

Bild  —  Veröffentlicht: Juli 25, 2013 in Uncategorized
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Da haben wir’s! Er funktioniert! Die Vakuumpumpe der Alp Rosenlaui melkt ganze 10 Kühe mit 5% der Ladung der Batterie. Damit kann die Alp Rosenlaui wohl 3 Tage vollversorgt werden mit einer Batterieladung. Das ist doch schon Mal was, oder?

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Technisch haben wir noch nicht das Endprodukt. Im Anhänger sind die 23 kWh Salzbatterie von FIAMM und das Ladegerät verstaut (es hat noch ganz viel Platz) und im Schaltschrank im Hintergrund ist die Leistungselektronik von LT-i untergebracht (12 kW DC/AC Umformer, Schutzeinrichtungen u.dergl.). Das haben wir so gemacht, weil die Leistungselektronik noch nicht herumgefahren werden kann, ohne dass man einen Schaden riskiert. Also lassen wir den Schaltschrank stehen und fahren mit der Energie herum. Geladen wird die Salzbatterie am Wasserkraftwerk „Rosenlaui“  vom gleichnamigen Hotel. Bild

Wo der LeiseMelk auftaucht, weckt er Neugier. Der kleine Junge mit der Brille neben mir kam sogar mit der Bemerkung: „Ist das etwa ein Reichweitenverlängerer für Elektroautos?“ Richtig! Das wollen wir auch noch machen! (siehe ebuggy.de)

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Simone Baragiola, LeiseMelk-Aficionado und der Mann, der das alles zusammengebaut und programmiert hat, überprüft ein letztes Mal die Motorenparameter und die Steuerung des DC/AC Wandlers. High-Tech in den Alpen: Ein hypermoderner Batteriespeicher mit Netzrückspeisung steuert einen uralten 3-phasigen Asynchronmotor….

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This is LeiseMelk! DC-Kabelanschluss vorne, Nische mit Steckern, Kontrolldisplay und Schaltern aller Art.

Er melkt! Leise!

Veröffentlicht: Juli 24, 2013 in Erneuerbare Energie

Simone Baragiola (oranges T-Shirt), ingénieur en chef du LeiseMelk 1.0, konnte wahrscheinlich kaum schlafen die Nacht zuvor, weil heute galt es ernst. 10 Kühe melken! Ohne wenn und aber, CO2-frei mit Rosenlauistrom, leise und vor allem: Es muss funktionieren… Hans Grünig (am Herumhantieren an der Anhängerkupplung), Erbauer des schicken Anhängers (clevertrailer.ch) war auch mit von der Partie. Der Anhänger wurde übrigens spendiert von ebuggy.de. Wer wissen will, was so ein Anhänger noch können wird, der schau sich das Mal auf facebook an, lasse sich antwittern oder studiere das Profil von Manfred Baumgärtner auf LinkedIn.

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Bisserl schön machen (Kuhfladenspritzer wegmachen) und anhängen an das Elektroauto für eine Probefahrt auf den steilen Strassen des Reichenbachs. (Es fährt!)

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High-tech Bäuerin Sabine Schneider mit Tochter Jael schaut ihren Kühen entgegen. Simone und Hans bereiten sich auf den grossen Moment vor. Wadenbeisser Bäri freut sich schon auf das Hineintreiben der Kühe in den Stall (er hilft tatsächlich mit die Kühe in den Stall zu treiben, mit einem sympatischen kleinen Knuffschnapperklemm in die Achillesferse der Yoghurt-Antilopen (so nennen die Lenker ihre Kühe…)

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Sie kommen! Das geneigte Auge der Ladina meint: „Was soll dieser Anhänger mit der Pin-up Tussikuh da vor meinem Stall!?“

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Heinz Schneider setzt an. Es saugt! Es melkt! Allein: Es fehlt der Dieselgeruch in der Luft und das Gebrummel. Ob das was wird?

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Cédric Zurfluh aus Basel-Uri arbeitet auf der Alp Rosenlaui. Er meint: Diesel-Kühe geben mehr Milch. (Ich finde: Das ist immer noch besser als Milch-Kühe geben mehr Diesel)

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Vorne alt, hinten neu. Wer wird sich durchsetzen? Erfreulich für die Weltretter: Das Unkraut im Hintergrund setzt schon zum Überwuchern des Diesels an…