Aus LeiseMelk wird IndieWatt!

Veröffentlicht: Februar 20, 2015 in Erneuerbare Energie

Es ist soweit: Das Crowdfunding für den Leisemelk alias – Indiewatt hat begonnen!

Unsere neue Crowdfunding-Webseite: www.indiewatt.ch

In Analogie zur Wurst, die zwei Enden hat, wo doch alles nur Ende hat, kann ich hier schreiben: Der IndieWatt hat zwei Anfänge und kein Ende. Der erste Anfang war ein Wagnis mit gutem Ausgang. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir 2013 den ersten IndieWatt alias “LeiseMelk” in Betrieb. Zum leise Melken ohne Netz und doppelten Boden. LeiseMelk hat sich so gut bewährt, dass wir nun entschlossen haben, eine Weiterentwicklung zu machen.

CleverTrailer_LeiseMelk_Postkarte_A5_neu-2

 

 

 

 

 

 

Nun der zweite Anfang. Zurück auf Feld 1. Neue Batterie, neuer Wechselrichter, viele neue Funktionen. Mit Eurer Unterstützung wird der IndieWatt zum universell verwendbaren Speicher. Zu Hause kann er Solarstrom einlagern und nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang wieder frei geben, irgendwo in der Pampa kann er alle möglichen Geräte, Elektromotoren etc. antreiben. Und: Wenn es in der Pampa eine Energieerzeugung gibt, wie eine Solaranlage, ein kleines Wasserkraftwerk oder einen Windgenerator, dann lädt sich der IndieWatt auch wieder. Auch ohne den Strom vom grossen Bruder.

Was ist denn da neu dran?

Stimmt: Inselanlagen gibt’s bereits und Batterien auch dazu. Das Gewitzte am IndieWatt ist, dass er mobil ist, dass er sehr viel Energie mitnehmen kann (3 Mal mehr als Bleibatterien bei gleichem Gewicht)  und dass er eine grosse Leistung hat, mit der man alle üblichen Haushaltsgeräte und sonstigen Elektromaschinen antreiben kann. Wir nehmen dafür eine grosse Elektroautobatterie und einen sehr innovativen Wechselrichter und integrieren das gesamte System zu einem funktionierenden Ganzen. Neu sind auch die universellen Verwendungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass er mit sowohl am Netz wie auch ohne Netz arbeitet.

Schaffen wir’s! (Die Energierevolution ist gleich um die Ecke…)

Jetzt hoffen wir, dass wir diesen neuen Universalspeicher von Euch allen finanziert bekommen. CHF 50’000.- sind unser Ziel. Wenn wir das Geld bekommen, dann wird der IndieWatt im Sommer 2015 in Aktion kommen und einen weiteren Tatbeweis liefern: Eine zuverlässige elektrische Vollversorgung mit erneuerbarer Energie ist möglich!

Wenn ganz und gar nicht, dann trinken wir ein Schnapserl und geben Euch das Geld wieder zurück. Aber das wollt ihr doch nicht, oder?

Ihr könnt uns enorm helfen, wenn ihr Eure Freunde, Bekannten, Verwandten auf uns aufmerksam macht und ihnen weitersagt, was wir da vorhaben, wozu das gut ist, und wer dahinter steckt.

Vielen herzlichen Dank!

„Philae“ geht die Energie aus. Das Minilabor, das von Rosetta zum Kometen Tschuri gebracht wurde, ist mit den Schattenseiten des Kometen konfrontiert. Die Mission aber ist eine Wunderleistung der Raumlotsen und ein Wunder überhaupt: Nach zehn Jahren Reise konnte das kleine Ding auf dem Kometen abgesetzt werden. Auf einem Kieselstein im Weltall, wohl bemerkt! Da braucht man schon ein Raster-Elektronen-Weltraummikroskop, dass man so einen Winzling von der Erde überhaupt erkennen kann! (Klim Tschourjumov hatte zufällig eines bei einem Trödler in Alma-Ata zwischen verstaubten Sextanten, Chronometern und einem Kompass entdeckt!)

Leider hängt das Labörchen Philae leicht im Schatten und leicht schräg an einem Abhang. Dort hat es sich festgekrallt und fällt jetzt in den Winterschlaf. Wann immer sich ein Photon auf die Philaes PV-Anlage verirrt, wird es gierig aufgesogen und in einer Batterie gelagert. Wir beten, dass die Sonne wieder aufgehen möge!

Weil beten aber nichts hilft, und die ESA-Spezialisten befürchten, dass der Sensemann bald bei Philae vorbei kommen könnte – er ist dank Relativitätstheorie immer grad da, wo ein Wesen vom Tod ereilt wird, auch in den innersten Tiefen des Weltalls- beraten sich die Weltraumexperten, wie der Philae praktisch geholfen werden könnte. Kann der Komet genau richtig in die Sonne gedreht werden, so dass die PV-Anlage optimal ausgerichtet ist, kann ein energiereicher Laserstrahl auf die PV-Anlage von Philae gerichtet werden? Viele Ideen der Forscher, aber 600 Millionen Kilometer sind verdammt weit weg.

Wir haben heute Sonntag Morgen bereits gehandelt und einen LeiseMelk alias IndieWatt mit Warp2 zu Tschurjumow-Gerassimenko geschickt. Auf dem Photo ist seine Postion zu ersehen. Er wurde präzis neben Philae abgesetzt.

IndieWattaud komet

Dank der Hochtemperatur-Salzbatterie ist die Aussentemperatur auf dem kühlen Stein im All kein Problem. Ganze 23 kWh stehen damit Philae zwecks Stillung des menschlichen Wissensdurstes zur Verfügung. Die leichte Wärmeabstrahlung hat die fröstelnde Philae bereits geweckt.

Morgen, wenn die Sonne auf Tschurjumow-Gerassimenko aufgeht, und wir wieder etwas sehen, werden wir den Roboter-Deichsel anweisen, den energieMobil Stecker mit der Steckdose von Philae zu verbinden. Das Forschen kann weitergehen! Dank intergalaktischen Steckerstandards wird das auch klappen.

Damit sind wir um ein Referenzprojekt für off-grid Anwendungen reicher!

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Bild: Hans Grünig (rechts): Erfinder und Produzent des schicken „clevertrailer“. Max Ursin, Initiant und PL des mobilen Energieanhängers. Im Hintergrund: Dres Kehrli vom Hotel Rosenlaui: Unser erster Kunde mit dem einfachen und verständlichen Bedürfnis: Ich will ausschlafen! Dieselgenos abstellen!

Im Juli 2014 wollen wir eine Crowdfunding Kampagne starten für die Finanzierung des „LeiseMelk Next Edition“. Es soll ein noch vielseitiger Anhänger werden als der LeiseMelk vom letzten Jahr. Der LeiseMelk kann dann wirklich alles…

Wir sind auch auf der Namenssuche. Mittlerweile sind wir bei „energieMobil“ gelandet. LeiseMelk schien nicht für alle verständlich. „energieMobil“ ist zwar langweiliger als Name, trifft aber genau, was es ist: mobile Energie.

Einen Entwurf der Crowdfunding Kampagne (noch nicht online) könnt ihr unter Indiegogo sehen.

Ich freue mich auf Euer feedback hier im Blog!!!

  • Wie findet ihr den NAmen „energieMobil“? Habt ihr andere Ideen?
  • Was haltet ihr von den Perks? Würdet ihr zulangen?
  • Ist die Preisabstufung richtig? (am meisten Einzahlungen sind wohl bis 150€ zu erwarten).
  • Ist Indiegogo das Richtige, oder soll ich das crowdfunding auf diesem Blog hier lancieren?

Vote for LeiseMelk 2.0!

Liebe Freundinnen und Freunde des LeiseMelk

Die Webfirma „arillo.net“ spendiert einem Vorhaben pro Jahr eine Webseite gratis. Eine tolle Sache!

Ich habe das Projekt LeiseMelk 2.0 „Africa Edition“ dort angemeldet. Ziel ist es, dass wir eine Crowdfunding-Seite aufmachen, um dieses Vorhaben zu finanzieren. Viele kleine Geldbeträge für ein grosses Ziel! Wir brauchen etwa CHF 300’000.- damit der LeiseMelk 2.0 Realität wird und in einer Kleinserie produziert werden kann.  Jetzt geht es noch nicht um Geld, sondern um Zustimmung und Bewegung, was ja das Wichtigste ist.

Damit wir den Zuschlag von Arillo.net bekommen brauchen wir viele viele Stimmen!  Wenn ihr die Idee gut findet, dann bitte gebt mir Eurer „Yeah“ auf http://oneprojectayear.net/#projects/crowdfunding-site-for-leisemelk-africa !

Was haben wir vor? Sommer 2013 hat der erste Prototyp LeiseMelk 1.0 das Licht der Welt erblickt. Er konnte schon sehr viel, wie zum Beispiel Kühe melken und andere Elektromotoren antreiben. Aber er kann noch nicht alles, was noch nötig wäre, wie zum Beispiel eine Bohrmaschine antreiben, oder einen Scheinwerfer zum Leuchten bringen.

Sommer 2014 ist es unser Ziel die Funktionen des LeiseMelk zu erweitern und daraus nicht nur eine „off-grid“ (Inselnetz) Version zu machen, sondern auch eine „off-road“ Version. Einen LeiseMelk, den man getrost nach Afrika schicken kann, weil er Hitze und Feuchtigkeit aushält, weil man ihn durch die Sahara ziehen kann, wo er dann in Bobo-Diulasso die Messerschleifmaschine von Mòoré antreibt, oder im Healthpost in Kounkane die Impfstoffe kühlt. LeiseMelk 2.0 soll der Kristallisationspunkt werden für „rural electrification“:  Mit erneuerbarer Energie geladen gibt er die Energie dann ab, wenn sie gebraucht wird. Im Mutterseelenniemandsland oder auch wo schon ein paar Drähte vorhanden sind. Die teuren Dieselgeneratoren sollen mit LeiseMelks und Solarenergie ersetzt werden.

LeiseMelk 2.0 soll Swiss Quality im besten Sinne werden. Vielseitig, robust, nicht umzubringen. Ein Victorinox der Elektrizitätsversorgung fernab von jedem Stromnetz.

Und das ideale Testgebiet dafür: Die Schweizer Alpen!

Gute Idee? -> Vote for LeiseMelk 2.0! http://oneprojectayear.net/#projects/crowdfunding-site-for-leisemelk-africa

Wirklich eine gute Idee? Dann bitte twittert, facebookt, mailt euren Freunden und Freundinnen was das Zeug hält! Je mehr Stimmen, desto mehr wird die Crowdfunding-Seite Wirklichkeit. Und dann, wer weiss, gibt es bald einen LeiseMelk 2.0! Für CO2-freien Käse, für die Dreschmaschine in Senegal, für den Health-post in Indien oder für die Getreidemühle in Südafrika.

Bild  —  Veröffentlicht: März 18, 2014 in Erneuerbare Energie
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Wir wünschen schöne Festtage und ein gutes neues Jahr!

Mit ein wenig vorweihnachtlichem Glühwein zwischen den Rippen, schmiedet man sich ein Verslein klein und Dank „Leise rieselt der Schnee“ kann man schon Mal mitsummen:

Nicht ein Wort sagt der Senn,
die Sennerin spricht: „Ich kenn,
nur einen, der ist noch leiser:
LeiseMelk, meint ich, so heisst er!“

Auch schafft er mehr als der Senn,
voll himmlischer Ruh‘ ist es wenn,
er melket und saugt ohne Mühe,
Butter und Rahm aus die Kühe!

Butter und Käs‘ sind gegessen,
LeiseMelk schon bald vergessen;
Horch nur, wie gar nichts mehr brummt:
LeiseMelk ist’s, der hier stummt.

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten, eine Altjahrswoche voller Chäsbrätel und Glockengeläut und einen mutigen Hupferer ins neue Jahr!

Herzlichen Dank an alle, die den LeiseMelk möglich gemacht haben und alle, die uns wohlwollen!

  • Martin Brawand und Xavier Kürsteiner: LTi Leistungselektronik;
  • Renato Manzoni und Marco Cassani: FIAMM Batterie
  • Hans Grünig und Manfred Baumgärtner: clevertrailer / e-buggy
  • Michael Höckel und Simone Baragiola (BFH-TI Biel): Elektrotechnik, Zusammenbau und Inbetriebsetzung
  • Christophe Bossel und Severin Waldis (BKW): Finanzen
  • Sabine und Heinz Schneider (Alp Rosenlaui): tägliches leiseMelken
  • Franz Winterberger (Alpgenossenschaft Breitenboden): Broch-Test im Duett mit Dieselbrummer.
  • Christine und Dres Kehrli (Hotel Rosenlaui): Lärmsensible Gäste, wunderbare Aprikosenkuchen, ein Gala-Abschlussdiner, moralische Unterstützung und Ideen, Ideen, Ideen!

Bild  —  Veröffentlicht: Dezember 19, 2013 in Erneuerbare Energie

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Der LeiseMelk hat das Hasli für ein paar Wochen verlassen.  Nun steht er etwas verloren in einem schicken Büro in Granges-Paccot am Tisch eines jungen Ingénieurs und schaut durch ein grosses Fenster nach draussen. Dort weidet gemütlich das Fribourger Schwarzfleckvieh. Gruyère! Maréchal! Le Bon Vaudois! Ein Paradies für den LeiseMelk! Und was für ein Unterschied zur Hölle im Meiringer Carport!

Aber unser LeiseMelk darf jetzt nicht raus. Unser LeiseMelk steht deshalb am Tisch eines Ingénieurs, weil er jetzt eine erste kleine Transformation der inneren Werte erfährt. Es ist sozusagen an der „haute école de l’avenir énergétique“ und ihm wird jetzt schrittweise beigebracht, wann er als kleine „Sonnenlunge“ den mit Sonnenenergie angereicherten Netzstrom einatmen und wann wieder ausstossen soll. LeiseMelk lernt mitzudenken. LeiseMelk wird „netzgschpürig“: Er soll merken, wann es zu viel des Guten ist, und wann zu wenig. Und LeiseMelk wird zum Helfer der Heinzelmännchen.

Und damit hält es sich so: Stellt euch vor, Kinder, lange vor der Energiewende, und bevor Öle und Gase in Strömen flossen, als die Kohle noch allesamt in der Erde war und nicht an Klimakonferenzen als unumgänglicher Wirtschaftsfaktor gehobludelt wurde – wie sagte doch unlängst ein polnischer Politiker: „Wenn die Wirtschaft schneller wächst, als das Klima kaputt geht, dann sind wir doch noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, meine Damen und Herren!“ – und man zur Erhellung der Häuser nur Kerze und Docht kannte, legten sich die Menschen nieder um zu schlafen. Aber ihre Arbeit war dann mitnichten gemacht! Nein! Ihr Leben war eine grauenvolle Aneinanderreihung endlos langer Arbeitstage, wovon ihre Hände schwielig, ihre Haut runzelig und ihre Stimmung madig wurde. Und wie sie so schwielig, runzlig und madig herumdösten, kamen ihnen im Traum die Heinzelmännchen herbei. Unermüdlich, diszipliniert, einem an Nordkoreanische Verhältnisse erinnernden Arbeitsethos folgend. Sie kamen in der Nacht und halfen allen rechtschaffenen Menschen, die nicht mehr arbeiten konnten, als ihre Hände eben hergaben. So war Aufstehen natürlich das reinste Vergnügen, und die Morgenmuffel starben aus.

Und dann ebenso die Heinzelmännchen. Was war passiert? Die Maschinen, die Produktivität, Energie im Überfluss, Automation, Roboter, als das geht dem nachtaktiven Heinzelmännchen in unseren Breitengraden an den Kragen. Zeit also, für die Heinzelmännchen, sich neu zu erfinden! Und so entstand das Sonnenheinzelmännchen. Zuerst auf Alphütten, fernab, und heute immer mehr bei allen rechtschaffenen Menschen, schieben sie an Sonnentagen unermüdlich Elektronen in das Stromnetz. Und weil es in Deutschland, der Heimat aller rechtschaffenen Menschen, plötzlich so viele Sonnenheinzelmännchen gibt, werden sie plötzlich zur Plage. Nicht immer, aber immer öfter. Das macht die Heinzelmännchen traurig. Erstens, weil sie nicht an die Öffentlichkeit gezerrt werden wollen, sie sind diskrete Schaffer, zweitens, weil sie doch nur Gutes tun wollen. Und deshalb haben die Heinzelmännchen jetzt den LeiseMelk entdeckt. Er versteckt die Elektronen, die sie munter ins Netz schieben, am Tag und lässt die diskret wieder heraus in der Nacht. Einatmen, ausatmen. Niemand merkt etwas. Das Kohlemonster schläft ruhig weiter, die Verbrennungsmotoren träumen von Deepwater Horizon, Exxon Valdez und Badeferien im Nigerdelta, während die i3s, Teslas, i-ons, iMievs, Thinks und wie sie alle heissen, sich mit Sonne füllen. Einatmen- Ausatmen. So wie alles Lebende.

 

 

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Der Wechsel-Richter kennt keine Gnade! Das Urteil lautet: Winterschlaf gibt’s nicht für LeiseMelk! Zurück an den Herd, wo er hingehört, Donnerwetter!

Während der clevertrailer sich die Räder in den Chassisbauch steht, kommt die Batterie forthin nie mehr zur Ruhe. Jeden Tag, ihr ganzes Leben lang, wird in ihren Eingeweiden das Natrium vom Chlor gespalten um sich dann ein paar Stunden später wieder zurück zu vereinen. Energie rein, Energie raus. Dabei teilt LeiseMelk ein gleiches Schicksal wie Sisyphus:  Energie rein (Stein rauf) – Energie wieder raus (Stein runter). Nur, Sisyphus hatte eine Götter gleiche Zyklenfestigkeit und eine geradezu epische kalendarische Lebensdauer. Das wollen wir uns von der Salzbatterie doch auch wünschen!

Ab sofort melkt LeiseMelk also keine Kühe mehr, sondern gibt seine Energie ins Netz zurück. Ja, LeiseMelk kann auch Spagetti kochen, Staub saugen, das Haus erleuten, Teig knetmaschinen, wirelessen, Champagner kühlen. Und weil er so nahe bei den Pumpspeicherwerken der Grimsel aufgewachsen ist, kopiert er Mal deren Art mit Energie umzugehen: Er lädt in der Nacht und entlädt sich am Tag.

Und damit hält es sich so: Stellt euch vor, Kinder, lange vor der Energiewende, als Öle und Gase noch in Strömen flossen, es mehr Kohle in der Erde als in allen Finanzinstituten der Welt gab, die Sonne ihre Energie unnütz auf die Erde niederstrahlen liess, und zur Erwärmung und Erhellung der Häuser man grosse, träge, fossile und nukleare Elefantenkraftwerke aufgebaut hatte, war es plötzlich ein Problem, dass die Menschen in der Nacht sich einfach nur schlafen gelegt haben. Nichts weiter. Während die Menschenseelen gemütlich schlummerten, machten die Kraftwerke aber ohne Unterbruch, ohne jegliche Rücksicht auf Arbeitszeitbeschränkungen, Mindestpreise, Ladenöffnungszeiten und Nachtruheverordnungen, Strom ohne Ende. Für diese daueraktiven Stromerzeuger hat die Energiewirtschaft dann Verbraucher geschaffen, die zum richtigen Zeitpunkt den Strom entweder sinnvoll genutzt oder eben gespeichert haben, um ihn dann später wieder einzusetzen, wenn weniger da war. „Demand Side Management“ heisst man das heute und wurde seit jeher mittels Rundsteuerung, Pumpspeicherkraftwerken und günstigen Nachttarifen bewerkstelligt.

Mit dem Tag-aktiven solaren Zappelstrom müssen wir wieder gleich verfahren: Wegspeichern, oder auch sinnvoll brauchen, wenn zuviel da ist. Den Speicher wieder leeren, wenn die Sonne untergegangen ist oder die Wolken über den Panels hängen. Das wird der LeiseMelk dann als Nächtes zur Aufgabe haben. Er soll nicht mehr Nachtstrom in Tagstrom verwandeln, sondern Tagstrom in Abend- und Morgenstrom. Und eine Prise Nachtstrom. In Strom eben, zur richtigen Zeit im richtigen Mass, erneuerbar. Wie Sisyphos.

 

Grosse Klappe jetzt im Broch

Im Broch (kurz vor der Schwarzwaldalp im Reichenbachtal) wird ab gestern Abend auch LeisegeMelkt! Albin lässt sich von Simone Baragiola das Kabelgewirr erklären. Ästhetisch wäre hier eine Energieübertragung über die Luft gefragt. An der arbeiten wir noch (Nicola Tesla hatte da Mal was erfunden…)
Tja, und dann gibt’s noch weitere Kleinigkeiten zu entwickeln: Während die Vakuumpumpe leise vor sich her schnurrt, müssen die Sennen für das Licht im Stall immer noch den Diesel anwerfen. Der LeiseMelk ist zu sehr auf 3-Phasiges spezialisiert, der 1-phasigen Welt verschliesst er sich noch. Und: Es steht noch eine weitere Pumpe im Gang zur Käserei: Eine Pumpe, um die Schotte abzupumpen, die nach dem Käsen übrigbleibt. Dieser zwar 3-phasige Elektromotor hat eine andere Drehzahl, wie die Vakuumpumpe… Auch das kann der LeiseMelk nicht einfach schlucken. Wir müssen über die Bücher.

Bild  —  Veröffentlicht: September 13, 2013 in Erneuerbare Energie
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LeiseMelk 2014: Oltscheren (5 LeiseMelks)

Veröffentlicht: September 7, 2013 in Erneuerbare Energie

Kandidat Nr. 4: Alpgenossenschaft Oltscheren (4 Sennten à 2 Stafel, zentrale Alpkäserei)

  • Bielen: Bestossung 42 Tage Mitte Juni bis Ende Juli und 23 Mitte August bis Anfang Septrember (65 Tage). Gut erschlossen durch Güterstrasse. Distanz zur Ladestation: 5 km.
  • Oberfeld: Bestossung 15 Tage Mitte August bis Anfang September (15 Tage). Erschlossen durch Gütersträsschen. Distanz zur Ladestation 7.5 km.
  • Insgesamt 199 Kühe in 80 Tagen

Auch hier brauchte es für eine LeiseMelk-Vollversorgung wahrscheinlich 4 LeiseMelks plus 1 Joker-LeiseMelk, der geladen unten am Netz bei Flüe steht. (Angenommen, dass dort ein Netzanschluss besteht) Das Oberfeld lohnt sich vermutlich nicht mit einem LeiseMelk zu erschliessen (kurze Dauer, schlechte Strasse)

LeiseMelk_Oltschern

Sennten:

  • Senntum 850
  • Senntum 801
  • Senntum 802
  • Senntum 803
  • Senntum 804
  • Ziegensenntum

LeiseMelk 2014: Wandelalp (1 LeiseMelk)

Veröffentlicht: September 7, 2013 in Erneuerbare Energie

Kandidat Nr. 3: Wandelalp (3 Sennten mit je einem Stall auf jedem der 3 Stafel). Energiequelle: Kleinwasserkraftwerk Mittlerer Stafel (9 kW)

  • Unterstafel: Bestossung 14 Tage Mitte bis Ende Juni und 18 Tage Anfang bis Ende September (32 Tage). Gut erschlossen durch Güterstrasse.
  • Mittelstafel: Bestossung 10 Tage Ende Juni bis Anfang Juli und 12 Tage Ende August bis Anfang September (22 Tage). Gut erschlossen durch Gütersträsschen.
  • Oberstafel: 46 Tage (Anfang Juli bis Anfang September. Erschlossen durch Gütersträsschen.
  • Normal sind etwa 170 Kühe während 100 Tagen unterwegs auf den 3 Stafeln.

Die Alp Wandel ist ein Sonderfall. Das Kleinwasserkraftwerk bedient offenbar alle 3 Stafel. Aber bei Spitzenlastbetrieb (Morgens und Abends) bräuchte es mehr Leistung. Der LeiseMelk könnte hier als Spitzenlastkraftwerk agieren und wäre fix an das Kleinwasserkraftwerk angeschlossen.

LeiseMelk_Wandel

Sennten:

  • Wandel Boden-Hütte
  • Wandel Anderegg-Hütte
  • Wandel Jaun